6. Dezember 2019

Lithographie-Werkstatt

Litho-Werkstatt

Die Lithographie-Werkstatt* bietet allen Interessenten, die Möglichkeit des traditionellen Steindrucks.

Alois Senefelder erfand 1798 die Lithographie und entwickelte Diese ursprüngliche Form des Flachdrucks mit ihrer ganzen Vielseitigkeit. Sie bietet dem Künstler die Möglichkeit sein Talent in voller Breite zu entfalten, da er die Möglichkeit hat, neben der feinen Feder, auch flächig, mit dem Pinsel und der Kreide, zu arbeiten. Im Gegensatz zu den heute üblichen Offset-Druckverfahren auf Zinkplatten oder Aluminiumfolien eröffnen sich bei der traditionellen Steindruck-Technik Ausdrucksformen, die weit über das reine Reproduzieren einer Zeichnung hinausgehen können. Die unmittelbare Arbeit des Künstlers mit dem Stein ist durch nichts zu ersetzen.

Einer über 100 Jahre alte Reiberpresse steht bereit. Kenner und Sammler von Graphik wissen um den drucktechnisch-stofflichen Reiz solcher Blätter, schätzen die samtenen Spuren der Kreide, die silbrigen und seidigen, grau- und tiefschwarzen Töne, die die Tusche auf dem Stein erzeugen kann, die Körnung der Zeichnung und die Kennzeichen des Handpressendrucks am Reiberansatz und an der Glättung des Papierkorns.

Gearbeitet wird auf empfindlichen Solenhofener Steinplatten, deren härteste und wertvollste eine blau-graue Färbung aufweisen und schon immer zum kostbarsten Besitz einer Steindruckerei gehörten. Auf dem Stein können, im Unterschied zur Algraphie oder Zinkographie, Korrekturen und Veränderungen bei der Arbeit in fast unbegrenztem Maße erfolgen. Picassos berühmter „Stier“ ist so als Lithographie in über 20 Zuständen entstanden.

*) Video von Tamira Braasch und Clara Krasselt, 11.07.2018